Aus Wormser Zeitung 09. Mai 2012


„Seyd gegrüßt in Wormatia“ - Drei Tage Mittelalterspektakel im Wormser Wäldchen

09.05.2012 - WORMS

Von Sandra Dörr

Lebendiges Mittelalter, traditionsreiche Handwerkskunst und echtes Lagerleben: „Seyd gegrüßt in Wormatia“ heißt es vom 18. bis 20. Mai wieder beim Spectaculum im Wormser Wäldchen. In der elften Ausgabe wird erneut der bunte Markt das Herzstück der beliebten Veranstaltung werden, zudem können sich die Besucher wieder auf die großen Feldschlachten freuen, die im vergangenen Jahr ausgefallen waren.

Über 100 Marktstände mit alter Handwerkskunst, Mitmachangeboten und Vorführungen erwarten die Besucher an den drei Festivaltagen. 24.000 waren es im vergangenen Jahr - heuer, bei gutem Wetter etwa, könnten es noch mehr werden. Erstmals mit dabei ist der Fischerwääder-Brauchtumsverein, der die Recken und Krämer sowie das gemeine Volk in die Kunst des Netzeknüpfens einweisen möchte. Auch ein Köhler hat sein Kommen zugesagt.

Auch Narren mit von der Partie

Auf einer Zeitstraße angeordnet, geben die verschiedenen Lager Einblicke, wie sich Mode, Werkzeuge und Waffen von 500 bis 1500 nach Christus weiterentwickelt haben. Hier kampieren ganze Familien und Gesellschaften gewandet, leben und feiern im Geiste des Mittelalters in Zelten, vor reich gedeckten Tafeln und mit vollen Krügen. Besonders eindrucksvoll präsentieren sich die Lager bei der Markteröffnung am Freitag.

Passend zum elften Spectaculum erobern zudem die Narren das Fest und wollen ihr Unwesen treiben: Denn gerade im Mittelalter am Hofe erfreuten sie sich enormen Einflusses, durften sie doch als einzige den Herren ungestraft den sprichwörtlichen Spiegel vorhalten.

Pause für Grünfläche und Baumwurzeln

Änderungen gibt es in diesem Jahr beim Aufbau des Spectaculums. Kulturkoordinator Volker Gallé: „Das Wäldchen ist ein Stadtpark und keine Veranstaltungsstätte, so dass wir hier eben auch sehr sorgsam jedes Jahr neu prüfen müssen, was geht und was nicht.“ So könne zwar in diesem Jahr Dank des frühen Termins vor der Vogelbrutzeit die Feldschlacht auf der Wiese hinter dem Äschebuckel stattfinden - 2011 hatte sie zum Wohle der Tiere ausfallen müssen -, die gastronomische Meile musste jedoch verlegt werden. „Die Grünfläche und vor allem die Wurzeln der Bäume dort brauchten jetzt einfach mal eine Erholungspause“, ergänzt Ulrich Mieland, Technischer Geschäftsführer der Kultur und Veranstaltungs GmbH. Die Gastronomie weicht daher auf die große Wiese zwischen Markt und Lager aus.

Musikalisch bereichern Cultus Ferox und Corvus Corax das Spectaculum: Corvus Corax, erst kürzlich im Fernsehfilm „Die Rache der Wanderhure“ zu sehen, spielt am Samstagabend auf der großen Bühne; am Sonntag verbindet Cultus Ferox die Wucht mittelalterlicher Dudelsäcke und Trommeln mit Elementen aus Rock und Elektronik


Bürgfräulein, Ritter und einfaches Volk streben vom 18. bis 20. Mai zum Spectaculum ins Wormser Wäldchen. Archivfoto: mp/NiepötterVergrößern

DAS PROGRAMM

Freitag, 18. Mai:
14 Uhr: Beginn erster Darbietungen;
16 Uhr: offizielle Eröffnung des Marktes;
ab 16 Uhr: Puppentheater für Kinder (Theater 1001);
ab 17 Uhr: Bertholder, der Erzähler (Geschichtenzelt),
18 Uhr: Einzug der Kumpaneyen vor der großen Bühne;
20 Uhr: Borbetomagus (Konzert, große Bühne),
22 Uhr: Shali-Maa (Tribal-Tanz, große Bühne);
22.30 Uhr: Feuerspektakel mit „Nanu Traumtheater“ (große Bühne);
22 Uhr: Marktende; 24 Uhr: Nachtruhe.


Samstag, 19. Mai:
10 Uhr: Veranstaltungsbeginn;
ab 11 Uhr: Puppentheater für Kinder (Theater 1001);
ab 11 Uhr: Leiselheimer Kesselhexen mit Puppentheater für Kinder (in deren Zelt);
ab 12 Uhr: Bertholder der Erzähler (Geschichtenzelt);
14.30 Uhr: Feldschlacht;
15.30 Uhr: Bruchenball-Turnier des Rugby-Clubs Worms (große Bühne);
17 Uhr: Schaukampf des Nibelung-Thorpe, Vorführung der Fechtschule Krifon (große Bühne);
20 Uhr: Corvus Corax (Konzert, große Bühne); 22 Uhr: Shali-Maa (Tribal-Tanz, große Bühne);
22.30 Uhr: Feuershow mit „Feuerplanet“ (große Bühne);
22 Uhr: Marktende;
24 Uhr: Nachtruhe.


Sonntag, 20. Mai:
10 Uhr: Veranstaltungsbeginn;
ab 11 Uhr: Puppentheater für Kinder (Theater 1001);
ab 11 Uhr: KinderPuppentheater bei den Leiselheimer Kesselhexen;
11.30 Uhr: Raufball-Darbietung (Rugby-Club Worms);
ab 12 Uhr: Bertholder, der Erzähler (Geschichtenzelt),
14.30 Uhr: Feldschlacht;
16 Uhr: Cultus Ferox (Konzert, große Bühne),
18 Uhr: Marktende.

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Bild WZ Niederpötter
Bürgfräulein, Ritter und einfaches Volk streben
vom 18. bis 20. Mai zum Spectaculum ins Wormser Wäldchen. Archivfoto: mp/Niepötter
 

Artikel aus der WZ vom 6. Juni 2011

Tapfere Ritter in sengender Hitze - Mittelaltermarkt Spectaculum in Worms

05.06.2011 - WORMS

 

Von Angela Zimmermann

 

Wenn die Dame zur „frouwe“ wird und die Männer mit Schwertern um Ruhm und Ehre kämpfen, dann ist es wieder soweit: Das „Spectaculum“ öffnet seine Pforten. Und so stand das Wäldchen an diesem Wochenende ganz im Zeichen des Mittelalters. Wie bereits in den Jahren zuvor pilgerten etliche Mittelalterfreunde zum „Äschebuckel“, um in eine andere Welt einzutauchen.
Anlässlich des zehnten Jubiläums des „Spectaculums“ wurde den Besuchern noch mehr geboten als sonst. Neben der Bühne speiste König Maximilian I. (Bernd Findt) mit seinem Gefolge. Pünktlich zur Mittagszeit wurde ein knuspriges Spanferkel herbeigetragen, dass sich die höfische Gesellschaft munden ließ. Indes lieferten sich kühne Recken vor der Bühne einen erbarmungslosen Kampf, denn der König hatte zu einem Turnier aufgerufen. Bei sengender Hitze kannten die tapferen Ritter keine Gnade.
Zuvor hatte Herold Uwe Hildenbeutel den Kämpfern die Regeln eingebläut. Beim abschließenden „Circle of honor“, dem Kreis der Ehre, kämpften die Ritter so lange gegeneinander, bis nur noch ein Mann auf den Beinen stand. Das kleine Schauspiel zum Jubiläum des Spectaculums ist eine Adaption an das Wormser Hoffest im Jahre 1495 im Anschluss an den Reichstag. Monatelang hatten die „Freien Gewandeten“ als Organisatoren das Fest vorbereitetSpeisen und Handwerkskünste

Doch auch abseits des Hoffests gab es wie immer viel zu erleben. Ausgefallene Speisen wie Falafel mit Kichererbsentalern, selten gewordene Handwerkskünste oder Mitmachaktionen: Das Spectaculum ist stets ein großes Abenteuer für Jung und Alt. Bereits am Freitagmittag trudelten die ersten Besucher ein, bestaunten die feilgebotenen Waren und die vielfältigen Gewandungen.

Männer wie Tom Silver sind selten geworden. Um auf ihn aufmerksam zu werden, mussten die Flanierenden genauer hinschauen. Er hatte es sich unter einer Zeltplane bequem gemacht, vor ihm loderte die Holzkohleglut vor sich hin. Silver ist einer der wenigen Goldschmiedekünstler in Deutschland, der noch auf historische Weise Schmuck herstellt. Die meisten Goldschmiede verwendeten heutzutage „Halbzeuge“, also vorbearbeitete Edelmetalle, erklärte er. Silver hingegen arbeitet mit dem unbehandelten Rohstoff.

Die Händler bieten fast alles, was das mittelalterliche Herz begehrt. Ob Gewänder, mittelalterliche Musikinstrumente, Geschmeide oder Trinkhörner, das Angebot ist schier grenzenlos.
Für Angst und Schrecken sorgte ein aussätziger Bettler mit Pestbeulen und offenen Wunden am Beine, der sich von hinten an die Besucher heranschlich. Die Kinder kamen besonders beim neu gestalteten Karussell und bei der „Schifffahrt“ auf ihre Kosten.

Romantik im Wäldchen

Mit Beginn der Dämmerung hielt auch die Romantik Einzug in das Wäldchen. Fackeln, Kerzen und Feuerstellen zauberten eine einzigartige Atmosphäre. Etliche Besucher hatten sich ein Fleckchen auf dem Äschebuckel gesucht, um von oben das Treiben zu bewundern. Andere wiederum ließen sich von der mittelalterlichen Musik auf der Bühne mitreißen und tanzten ausgelassen zu den historischen Klängen. Einen abendlichen Höhepunkt bildete wie immer die Feuershow. Wer danach noch nicht nach Hause gehen wollte, machte es sich in der Taberne gemütlich, bis es auch dort um 24 Uhr hieß: „Feierabend“.

Bilder aus der WZ vom 6.6.2011
 

Artikel aus der WZ vom 2. Mai 2011

Artikel aus der WZ vom 2. Mai 2011

 
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Artikel aus der WZ vom 24. Mai 2011

Wormser Spectaculum: Historisches Hoffest zum zehnten Mittelaltermarkt

24.05.2011 - WORMS

Von Angela Zimmermann

Ein Pferd mit Kuhfell? Das gibt es in der Tat. Und es handelt sich dabei nicht um eine genetische Mutation, sondern um ein Konstrukt von Dieter Christmann. Der „Baumeister“ des „Spectaculums“ hat zwei neue Pferde für das mittelalterliche Karussell angefertigt. Ausgestattet sind die beiden Vierbeiner mit Kuhfell und echtem Rosshaar als Schweif und Mähne. Seit Dezember sei er damit beschäftigt gewesen, berichtet er.

In der „Werkstatt“ entstehen sämtliche Konstruktionen

Sein Grundstück ist die „Werkstatt“ des Spectaculums. Sämtliche Konstruktionen entstehen hier, wie etwa das Wikingerschiff, eine weitere Attraktion für die kleinen Besucher des Mittelaltermarkts. Dabei war das Schiff ursprünglich für den Kultursommer 2009 angefertigt worden. Auf dem Mittelaltermarkt hat es eine neue Verwendung gefunden. Nun dürfen Kinder darin eine Rundfahrt über das Gelände machen.

Das Karussell hingegen ist von Anfang an beim Spectaculum dabei. „Aber meine Tochter Sophie hat sich zwei neue Pferde gewünscht“, schmunzelt Christmann. Sie fertigte sogar die Vorlage an. Die Pferde hat Christmann, unterstützt von Tochter Sophie, deren Freundin Mandy sowie „freien Gewandeten“, aus 32 Zentimeter dicken Holzplatten angefertigt, die er mit Modelliermasse überzogen hat. Die Prachtstücke sind so stabil, dass sie auch Erwachsene tragen. „Aber unser Ziel ist es ja, auch Kindern etwas zu bieten“, erklärt Christmann. Auf anderen Märkten gebe es nur wenig Programm für Kinder. „Familienfreundlichkeit ist uns sehr wichtig“, betont er. Und die soll sich nicht nur in den moderaten Eintrittspreisen ausdrücken. Nach wie vor ist der Eintritt für Gewandete und Kinder kostenlos, alle anderen zahlen einmalig fünf Euro.

Aufbau des Marktes wird diesmal anders sein

Doch der große Mittelaltermarkt lebt vor allem von seinen vielen ehrenamtlichen Helfern, die jedes Jahr das Spectaculum über Wochen und Monate aufs Neue vorbereiten. Ein Höhepunkt des diesjährigen zehnten Spectaculums wird das Hoffest sein.

Dafür muss nicht nur im Vorfeld jede Menge extra Aufwand betrieben werden, auch der Aufbau des Marktes wird diesmal etwas anders sein als in den vergangenen Jahren. Die Bühne ist, anders als sonst, dem „Äschebuckel“ zugewandt. Vor der Bühne wird eine kleine Arena für das Hoffest aufgebaut. Auf einer weiteren, kleineren Bühne wird die höfische Gesellschaft ihren Platz einnehmen, denn das Hoffest ist eine Adaption des Hoffests von 1495, das nach dem Reichstag zu Worms gefeiert wurde. „Es sind noch Aufzeichnungen von damals erhalten, die sehr gut aufgearbeitet wurden“, berichtet Uwe Hildenbeutel, Chef-Organisator des Hoffests. Der damalige Bürgermeister habe sehr detailliert Tagebuch geführt über die Geschehnisse.

Vermittlung der Historie

Auf unterhaltsame Weise wollen die Aktiven nun die Geschichte wiederaufleben lassen. Deshalb ist auch König Maximilian I. (Bernd Findt) mit von der Partie, der das Fest damals ausrichtete. Ein kleines Schauspiel soll den historischen Hintergrund vermitteln.

Die schmückenden Fahnen und Wimpel, die bei einem Hoffest nicht fehlen dürfen, haben die Gattinnen der „freien Gewandeten“ genäht, ihre Ehemänner haben 32 Absperrungen gebaut. „Als Marktmeister freue ich mich über die große Initiative der Beteiligten“, lobt Klaus Susemichel das unermüdliche Engagement.

Dieter Christmann, Bernd Findt, Christine Christmann, Uwe Hildenbeutel und Klaus Susemichel

Dieter Christmann, Bernd Findt, Christine Christmann, Uwe Hildenbeutel und Klaus Susemichel
zeigen die neuen Pferde für das Karussell, das wieder auf dem Spectaculum für viel Freude bei den Kindern sorgen wird. Foto: photoagenten/Alessandro Balzarin

 

 

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Bild aus der WZ vom 24. Mai 2011

Besuch des Bundespräsidenten in Worms

 

Bundespräsident Christian Wulff (links) lauscht gemeinsam mit OB Michael Kissel der Gruppe Borbetobagus. Foto: photoagentur / Ben Pakalski

 
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Die Bilder stammen aus der Wormser Zeitung und zeigen die Gruppe Borbetomagus am 20. Mai auf der Bundesgartenschau in Koblenz

Eine Zeitreise durch die Wormser Geschichte wurde auf der Bundesgartenschau präsentiert - etwa mit der Gruppe Borbetomagus. Borbetomagus auf der BUGABorbetomagus auf der BUGA

Eine Zeitreise durch die Wormser Geschichte wurde auf der Bundesgartenschau präsentiert - etwa mit der Gruppe Borbetomagus.

 Artikel aus der WZ vom 31. Mai 2011

Für Autos gesperrt

(red) Am Wochenende ist das Wormser Wäldchen wieder ganz in der Hand der Mittelalterbegeisterten: und zwar vom 3. bis zum 5. Juni, also von Freitag bis Sonntag, beim zehnten Spectaculum. Rund 1 000 Aktive, darunter 100 Händler und circa 50 lagernde Gruppen, werden die Zeitspanne von 500 bis 1500 n. Chr. wieder aufleben lassen. Bei gutem Wetter rechnen die Veranstalter mit mehr als 20 000 Besuchern, weshalb eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln dringend empfohlen wird.

Am gesamten Veranstaltungswochenende ist das Wäldchen für den Autoverkehr gesperrt. Los geht es am Freitag um 14 Uhr. Ab dann haben nur noch Anwohner freie Fahrt. Für Besucher stehen die öffentlichen Parkhäuser in der Innenstadt oder der Parkplatz am EWR- Kesselhaus in der Klosterstraße zur Verfügung.

Wer mit dem Bus anreisen möchte, nimmt vom Busbahnhof aus die Buslinie 410 (Richtung Rheinpromenade) und steigt an der Haltestelle „Am Salzstein“ aus. Besucher warden gebeten, auch die Aushangfahrpläne und die veränderten Fahrzeiten am Samstag und Sonntag zu beachten.

Die Veranstaltungszeiten sind: Freitag, 14 bis 0 Uhr, Samstag, 10 bis 0 Uhr, Sonntag, 10 bis 18 Uhr. Die Marktstände schließen am Samstag und Sonntag bereits um 22 Uhr. Der Eintritt ist für Gewandete sowie Kinder bis zum Schwertmaß frei. Erwachsene zahlen fünf Euro für das gesamte Wochenende.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums erscheint eine kleine Broschüre mit vielen Bildern. Interessierte finden außerdem Hintergrundgeschichten zum Leben im Lager, den Händlern oder der Musik. Die „Festschrift“ erscheint im Worms Verlag und ist für zwei Euro an allen Kassen sowie am Stand des Nibelungenmuseums erhältlich.

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